Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1007


Impressum/Kontakt

 

Der heutige Ortsteil Rühme wurde nachweislich zum ersten Mal als Siedlung Rindum [2] in einer Urkunde aus dem Jahre 1007 anlässlich einer Schenkung des Kaisers Heinrich II. an das Kloster Steterburg erwähnt. Später sind auch Namen wie Riudun, Rudern oder Riedheim [1] zu finden, welches so viel wie Schilfsiedlung bedeutet. Gemeint ist das Schilf der Schunter, an deren Ufern die Siedlung lag. Im Jahre 1031 taucht der Name der Siedlung Riudun wieder in einer Urkunde auf. In diesem Jahr wird die Altewiek auf der Ostseite der Oker zum ersten Male urkundlich anlässlich der Weihe der St. Magnikirche erwähnt. In der Stiftungsurkunde ernannte der Bischof Branthago von Halberstadt, die St. Magnikirche zur Pfarrkirche für die Villa Brunesguik und siebzehn ihr benachbarte Ortschaften. Elf dieser Siedlungen mit ihren Filialkirchen sind untergegangen, sechs sind noch vorhanden, nämlich die heutigen Ortschaften Veltheim, Wenden, Bienrode, Rühme, Gliesmarode und Rautheim. [1]

Nach über 300 Jahren erscheint erneut Rühme im Jahr 1390 in einer Urkunde über den Bau der Landwehr. Bereits um 1384  beschloss die Stadt Braunschweig, sein ganzes städtisches Gebiet durch Landwehren zu befestigen. Dieses Bollwerk sollte aus einem hohen Erdwall mit einem tiefen Graben zur Außenseite bestehen. Was also innerhalb dieser Landwehr lag, unterlag der städtischen Steuer- und Zollverwaltung. Dort, wo die Heerstraßen dieses Bollwerk durchschnitten, wurden starke Wehrtürme und Zollschranken errichtet. Der Wendenturm muss daher in den Jahren 1384 bis 1390 erbaut sein. Reste sind nicht mehr vorhanden und der genaue Standort ist unbekannt. Das gleichnamige Gasthaus wurde erst 1777 errichtet und ist heute noch nach einigen Umbauten als Gasthaus zu nutzen. Auf der anderen Straßenseite befand sich das Zollhaus. Quer über die Straße ging die Zollschranke. An diesem befestigten Hauptzugang zur Stadt wurde den Bauern ein Zoll für ihre Waren abgenommen. Dadurch bekam die Landwehr neben ihrer militärischen auch eine wirtschaftliche Bedeutung. [1]

Von Veltenhof zog sich die Landwehr in nordöstlicher Richtung zum Wendenturm und schloss das Dorf Rühme an der Schunter ein. Von hier bildete die Schunter bis zur Einmündung der Wabe die Landwehr. Rühme lag also innerhalb der Befestigung durch die Landwehr, aber außerhalb der Grenzpfähle der Stadt, deshalb nannte man diese Dörfer wie auch Rüningen, Lehndorf, Ölper und Rühme Pfahldörfer. Die Landleute in den Pfahldörfern, die sog. Pfahlbürger, hatten durch die Landwehr noch besondere Vorteile. Sie hatten zwar das Bürgerrecht und wurden durch die Stadt beschützt, hatten aber längst nicht die Bürgerpflichten der in der Stadt wohnenden Bürger. [1]

In Rühme war die Landwehr besonders stark ausgebildet. Sie bestand aus zwei bzw. drei Wällen mit Gräben.  Reste dieser Landwehranlage sind an verschiedenen Stellen noch zu sehen. Im Garten der Gaststätte Wendenturm und auf dem Schulhof der  Schule in Rühme sind noch Reste vorhanden. Fast unversehrt blieb die Anlage am Jägerbusch in der Nähe des Münzberges vor Veltenhof. [1]

Kopie der Stiftungsurkunde von St. Magni

weiter